Renzo Margonari, 2004

Die faszinierendsten Werke von Gastone Cecconello scheinen jene des 1995 begonnenen „Cassette“-Zyklus zu sein, deren Bedeutung bereits in früheren Werken angedeutet wurde, nun jedoch noch deutlicher zum Ausdruck kommt.

Jede dieser Schachteln, die sich wie Kästchen öffnen lassen, enthält oben eine Farbpalette und unten eine Gesichtsmaske. Jede ist in Farbgebung und Materialauswahl unterschiedlich gestaltet und zeugt von einem ausgeprägten malerischen Gespür. Auf jeweils drei Schachteln kommt eine dunkle, eher düster anmutende, während die übrigen in gedämpften Pastelltönen gehalten sind. Die Farblandschaften ließen sich auch leicht im alchemistischen Sinne entschlüsseln. Jede hat eine andere Bedeutung im Zusammenhang mit den anderen. Das Set aus zwölf Exemplaren (eines für jeden Monat) bildet ein vielschichtiges Polyptychon (oder, wie wir es heute angesichts des Polymathismus nennen, eine Installation). Malerei und Bildhauerei, Konzeptkunst und Philosophie werden miteinander verbunden, doch die engste Bezugnahme ist die visuelle Poesie – das heißt, es wäre so, wenn die sogenannten visuellen Maler wüssten – und die meisten wissen es nicht –, wie man Materialien auf künstlerische Weise richtig verarbeitet.

Die Paletten, die in den Werken des Künstlers so häufig vorkommen, dienen als Träger für erhabene Schriftzüge und symbolträchtige Objekte; sie scheinen die Gedanken des darunter liegenden Kopfes zu bündeln und dessen Erscheinungsbild und Ausdruck zu prägen, wobei sie von derselben Farbe durchdrungen sind.